WESTKANADA vom 3.9. - 28.9.2011       Zur 'nur Bilder' Seite       Home            

Eine Reise zwischen sehr herzlichem Aufenthalt in Vancouver Island bei unseren Verwandten mit Gourmetessen und einer Rundreise bis zu den Rockys und zurück.
VANCOUVER ISLAND: Victoria - Uclulet - Tofino - Nanaimo - Pacific Rim National Park - Rathrover Beach/Provincial Park - Goldstream - Provincial Park.
 Landkarte.
RUNDREISE: Vancouver - Hells Gate - Boston Bar - Kamloops - Clearwater - Wells Gray Park - Helmken Falls - Sphats Creek Falls - Blue River –Mt. Robson Provinicial Park - Kinney Lake - Jasper National Park - Hot Springs - Braunbär + anderes Getier - Icefild Highway - Banff National Park - Lake Luise - Wanderung Mirrow Lake und Agnes Lake - Yoho Valley mit Takakkaw Falls - Emerald Lake - Vernon - Okanagan Valley - Peachland - Penticton - Klettergebiet im Sahak Bluff Park - Osoyoos - Christiana Lake - Greenwood-Harrison Hot Springs - Fähre nach Nanaimo - Duncan - Victoria - Orkas - Heimflug.   Landkarte.

03.09. Taxifahrt zum Bahnhof - Zugfahrt nach Frankfurt - warten – warten bis endlich die Maschine um 16.00 Uhr abflog – AirTrans - älteres Modell – 9 Stunden Tag, da wir gen Westen flogen. Wir flogen über Grönland, irgendwann sah ich dann viel Eis, Flusslandschaften – wir kamen über die Hudson Bay – Yukon Territory nach Vancouver herein. Zum Schluss tolle Sicht auf Berge und dann auf den Mt. Baker. Lange Schlange bei der Einreise. Weiterflug nach Victoria, Vancouver Island um 19.00 Uhr. Endlich sind wir da und werden von unseren Verwandten abgeholt. Ca. 20 Stunden waren wir unterwegs.

04.09. Nach einem Frühstück u.a. mit Blueberry/Joghurt (ab jetzt fast jeden Tag!) fahren wir zu einem Strand und machen einen Strandspaziergang. Überall liegen Baumstämme am Strand, wie das Meer sie angespült hat. So sieht es an den ganzen Pazifikstränden aus. Es lohnt sich nicht, diese zu verarbeiten. Das Holz ist feucht und hart. Die Strände sehen dadurch wild und unberührt aus. Es ist warm, rund 25°C - überall gibt es Brombeerhecken, die voll sind mit reifen Früchten. Wir kommen kaum los.
- Vorbereitungen laufen für ein Abendessen: Zedernholzstücke werden in einen Wassereimer gelegt, um sich mit Wasser voll zu saugen. In der Zwischenzeit füllte S. den Lachs mit Zwiebeln usw. Der Lachs wurde dann auf die feuchten Zedernstücke gelegt und von beiden Seiten gar gegrillt. Dazu gab es Folienkartoffeln mit Creme fraise + Schnittlauch und Bohnen. Zum Nachtisch Peach Pie (warmer Pfirsichauflauf)! – Ich sage nur „köstlich“.

05.09. Bauernfrühstück – Planung, was wir machen möchten. Wieder Sonnenschein und es soll bis 26°C werden. Fahrt in die Stadt Victoria – Rundgang am Hafen, Stadt-Fahrt zum Stadtpark – Bacon Hill. Bacon Hill war der Ankunftsort der ersten Siedler. Ein Leuchtturm steht dort, um die Schiffe zu warnen – und es war ein früher Begräbnisplatz der Indianer.
Wir laufen oberhalb der Küste entlang mit tollem Blick auf Victoria und gegenüber auf die Olympic Mountains/USA. Zurück geht es am Wasser an der Küste. – Abends Essen mit der Großfamilie. Hauptgang: Salat, Bechamel-Kartoffeln, Filet vom Schwein auf dem Grill gegart mit einer Soße aus Blaubeeren mit Zucker, Rotwein und Stärke gekocht. Dessert: Pfirsiche und Blaubeeren Crisp (frische Beeren mit Teig aus braunem Zucker, Mehl, Haferflocken, Butter, Zimt, Muskat) – alles ein Gedicht!!

06.09. Wir wollen heute das Wohnmobil startklar machen. Einpacken, Wasser einlaufen lassen, Batterien aufladen. Mittags fuhren wir in die Stadt, um eine Stadtrundfahrt mit dem Bus mitzumachen. Wir hörten etwas über die Geschichte von Victoria. Die Hudson´s Bay Company gründete 1843 hier ein „Fort Victoria“. Drei Jahre später wurde die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada entlang des 49. Breitengrades festgelegt, mit dem Vorbehalt, dass der unterhalb dieser liegende Teil von Vancouver Island bei Kanada bleiben müsse. Die britische Regierung begann mit der Besiedelung der Insel. 1849 rief man sie als Kronkolonie aus und verpachtete sie wieder an die Hudson´s Bay Company. Große Farmen entstanden und der Hafen entwickelte sich zu einem bedeutenden britischen Hafen. Weitere Geschichte siehe im Internet! – wir fuhren über die „Hebebrücke“, mit Foto stop. Der Hafen und das Parlamentsgebäude lassen sich von diesem Standort aus sehr schön fotografieren. Der ehemalige höchste Totempfahl berichtet über die Geschichte der „First Nation“, die hier siedelte. Langsam fuhren wir durch die Straßen, uns wurden die Gebäude erklärt – wir fahren durch Villenviertel mit Blick auf die vielen Buchten von Victoria- am Bacon Hill vorbei zurück in die Stadt, wir sehen das Museum, das Parlamentsgebäude und das alte Fairmont Empress Hotel. Nach 1½ Stunden sind wir am Ausgangspunkt. – Abendessen Hähnchenbrustwürfel in Tomatensoße mit Nudeln und Salat. Sehr lecker.

07.09. Bestes Wetter, so soll es auch bleiben – mit bis zu 28°C – ein verspäteter Sommer – ein Geschenk an uns! Um 9.00 Uhr geht es los. Unsere Männer fahren im Camper, wir Frauen im Toyota. Unser Ziel heute: Ucluelet – Strecke: Ostkuste: Ducan-Ladysmith-Nanaimo-Parsksville, Inland nach Westen: Port Albani, zur Westkuste: Ucluelet und Tofino. Siehe Landkarte. Stop unterwegs an einem kleinen Park. Wir liefen einen kleinen „Trail“ entlang, wo man die alten Urwaldriesen anschauen kann. Rotzedern, Sitka-Tannen – 60-70m hoch, verschieden groß im Umfang, das Unterholz besteht aus Farnen, Bäumen die umfallen und so belassen werden, ein unwahrscheinliches kleines Ökosystem. Die Bilder lassen es erahnen. Alles ist wild, man könnte nicht so wie bei uns, sich einen Weg durch die Wildnis bahnen. Um 15.00 Uhr waren wir dann bei Ucluelet auf dem Campingplatz. Wir suchen uns einen Platz aus mit Feuerstelle und Tisch mit Bänken. Als alles fertig ist, wir noch einen Kaffee hatten, fahren wir mit dem Toyota zu einer Fischzuchtanlage (hatchery). Hier sollen Schwarzbären regelmäßig vorbei kommen, um Lachse zu angeln. Ein Paar erzählt uns, ein Bär kreuzte vor 10 Minuten den Weg! Der Bärenschiss bestätigt das! Wir warten und warten – aber kein Bär kommt. – Zurück: Spagetti Bolgnese gibt es, ein immer gutes Essen! – Wir fahren nochmals zum „Bear Watching“. Tatsächlich kreuzen dann in der Dämmerung nacheinander zwei Bären den Weg. Für ein Foto reicht es nicht! – An der Feuerstelle lassen wir den Tag mit Gesprächen ausgehen. – Mittags wurden hier am Platz Warnschüsse abgegeben, ein Bär sammelte hier Beeren!

08.09. Strahlender Sonnenschein. - Auf dem Weg nach Ucluelet halten wir am „Long Beach“, ein ca. 11 km langer wilder Standstrand (gehört zum Pacific Rim National Park). Je nach Tide sehr breit (30-40 m) und eben total wild, wie überall mit angeschwemmtem Holz, das niemand wegräumt. Wir laufen barfuß im Wasser, im Sand – genießen das Gefühl der Sonne, des Windes, das urgewaltige Rauschen des Pazifiks, der regelmäßigen Wellen. Am Strand finden wir angeschwemmten „Kelp“ mit Muscheln in jeglicher Form, Panzer von Krebsen. Kelp ist eine riesige Alge oder Farn, der im Ozean wächst. Dort halten sich auch viele Meeresbewohner auf. Sie tauchen dazwischen, wie die Ottern, und nehmen diesen auch als Schutz. – Wir benutzen einen großen „Kelbsstrang“ als Springseil!!
Nach einiger Zeit kehren wir um und fahren nach Tofino weiter. Es ist ein nettes kleines geschäftiges Fischerdorf. Wir schauen uns die „Eagle Aerie Gallery“ an. Hier gibt es Bilder, Skulpturen, Drucke von dem renommierten und hoch angesehenen Künstler „Roy Henry Vickers“ zu bewundern, ein Tsimshian-Künstler. – Wir buchen hier für morgen eine Fahrt zu den „Hot Springs“, mit der Aussicht auf dem Weg durch die Inselwelt Seegetier und vielleicht auch Wale zu sehen. Die Tour soll ca. 6h dauern. Heute gibt es schnelle Küche.

09.09. Frühstück mit Pfannkuchen im Freien, zwar frisch – aber schon morgens Sonnenschein. – Wir fahren nach Tofino. Während wir am Hafen warten, naschen wir Brombeeren und schauen zu, wie Kanu- und Kajakanfänger eingewiesen werden. Um 11.30 Uhr geht es los. Das Schnellboot ist mit 12 Leuten voll. Bald sehen wir einen Seelöwen, der einen Fisch hin- und her schleudert. Wir sehen einen Schwarzbären am Strand einer Insel – fünf Fischottern, die auf dem Rücken im Wasser liegen - sieht putzig aus (sie knacken so ihre Lieblingsspeise, die Seeigel)- damit sie nicht abgetrieben werden, schlingen sie sich oft einen Kelpstrang um ihren Leib! – wir sehen einen zweiten Bären. Als wir in die Bucht einlaufen, die zu dem Anlaufpunkt der „Hot Springs“ gehört, rollt das Boot stärker. Nach 1½h sind wir dort. Wir bezahlen jeder drei Dollar (das Geld kommt in einen Umschlag /Briefkasten ) für die Benutzung der heißen Quellen.
Auf einem Holzsteg, der über den Urwald führt, laufen wir in 35 Minuten zu den heißen Quellen. In den Holzplanken haben sich Leute mit lustigen Darstellungen verewigt. – Wir ziehen uns um, und genießen die heißen Quellen. Das Wasser kommt ca. 45°C heiß über einen kleinen Wasserfall in drei kleine Gumpen. Sehr angenehm. Anschließend trocknen wir uns in der Sonne und blicken auf den wilden Pazifik. – Zurück, und leider sehen wir auch auf der Rückfahrt keine Wale. In Tofino entscheiden wir uns in einem Restaurant für „fisch and chips“. Das Essen war gut, aber alles andere heruntergekommen. – Hier erfahren wir, dass genau um 12.30 Uhr ca. 50 km nördlich von Tofino ein unterirdisches Erdbeben (in 27 km Tiefe) stattfand. Das Beben war in Victoria und Vancouver zu spüren. In Tofino selber aber kaum!! – wir waren um diese Uhrzeit gerade in der Einfahrt zu den Hot Springs, als unsere Kapitänin eine Nachricht von ihrem Freund erhielt von einem Erdbeben – erzählte mit dann S. – Vieles verstehe ich ja in Englisch nicht, vor allem wenn schnell gesprochen wird.- Zurück und Ausklang am Lagerfeuer.

10.09. Zusammenpacken. Wir fahren zurück über Port Alberni weiter nach Parksville, um dort an dem Strand von Rathrover Beach /Provincial Park nach „Sanddollars“ zu schauen. Ich möchte unbedingt welche finden! Es ist die Ostküste von Vancouver Island mit Blick auf das Küstengebirge des Festlandes. Im flachen Wasser/Sand findet H. welche – ich dann auch. Ich finde sogar einen lebenden und lege ihn neben die tote Kalkschale (braun mit typischem Stern auf dem Kalk). Viele Kanada-Gänse suchen Futter in flachen Lachen. In Victoria sind wir dann um 17.00 Uhr. – Die Kolibris (hummingbirds), die hier am Haus mit Vogeltränken (Zuckerwasser) gefüttert werden, melden sich und zwitschern – wo bleibt das Futter? – Normalerweise fliegen die Kolibris in den Süden, aber einige bleiben über Winter (Ann´s hummingbird). Abendessen: große warme Tortillas mit Zaziki, gewürfelte Tomaten, Gurken und Hähnchenfilet. Nachtisch: Peach Pie.

11.09. – denkwürdiges Datum! Mittags fahren wir in den Goldstream-Provincial-Park. Zuerst schauten wir uns das Info-Center an und dann die Tafeln über den „Lebenszyklus der Lachse “. Der Fluss ist zu niedrig, es muss erst kräftig regnen, damit die Lachse vom Meer den Fluss hochsteigen können. Dann angeln die Bären und die Weißkopf-Adler holen sich auch ihren Teil – leider sind wir zu früh! Beeindruckend große Hemlock-Tannen stehen hier. – Wir entschließen uns auf den Mt. Finlay (419 m) zu steigen. U. stieg voraus und war bald nicht mehr gesehen. H. und ich stiegen langsam hoch. Da es zügig immer hoch ging, war es doch für H. recht anstrengend. Doch mit Langsamkeit kommt man auch ans Ziel. Weiter oben musste mit Händen der Fels angepackt werden, die Sonne stach und es war heiß. Dummerweise hatten wir wenig Wasser dabei. – Oben hatten wir einen tollen Ausblick auf die Küste. Hier oben trafen wir dann meinen Mann! Ihn schickten wir hinunter, um Wasser zu organisieren. Langsam ging es konzentriert wieder abwärts und weiter unten kam uns dann U. mit Wasser entgegen. – Zurück nach Victoria. Wir kauften Muscheln, Miesmuscheln, Shrimps-Spieße, grüner Spargel ein. Abendessen: 1. Gang: Avocado-Dip mit Taccos, 2. Gang: Muscheln in einem Sud aus Knoblauch, Zwiebeln und Petersilie gekocht, dazu Weißbrot 3. Gang: Shrimps und grüner Spargel gegrillt (Spargelstangen nur mit Öl eingestrichen), dazu gut gewürzten Reis. – ein Gedicht!

12.09. Schönes Wetter, aber windig. Wir, U. und H. und ich fahren in die Stadt, um das sehr gute „Royal British Columbia Museum“ anzusehen (meistbesuchte Museum Kanadas, auch eines der besten Museen von ganz Nordamerika!). Beeindruckend ist alles dargestellt. Viele Mikroskope sind vorhanden, um alles Mögliche genauer anzusehen. Im obersten Stock ist eine tolle Ausstellung über die First People. Viele Gegenstände der First People von der Insel sind zusammengetragen. – Eine Sonderausstellung von Emily Carr, einer sehr bekannten Malerin der Insel, schauten wir auch an. Sie war ihrer Zeit weit voraus. Die Bilder sind aber meist düster. Zurück.
Abendessen: Muschelfleisch von der Ostküste von Canada, von Jakobsmuscheln auch das Fleisch (kleiner), Venus Muscheln von Peru, große Shrimps. – Das Muschelfleisch wurde mit Knoblauch und Orangensaft mariniert. -In der Zwischenzeit wurden die Reisnudeln gekocht und mit kleinem Muschelfleisch und Shrimps (vorher angebraten) gut gewürzt und mit Petersilie alles zusammen gebracht. Salat mit einer selber gemachten Majonnaise angemacht, dazu frisch geriebenen Parmesan darauf und Croutons. Das marinierte große Muschelfleisch wurde gegrillt. Dazu gab es Olivenbrot. – Köstlich! – Die Muschelschalen brachte ich wieder auf den Hügel. Ein Reh stand am Apfelbaum – bis auf ca. 5-6 m kam ich heran, bevor es floh. Auf dem Rückweg sah ich ein Reh, das am Teich trank. Vor dem Hausgarten flüchtete ein Kaninchen! Alle wollen was, wenn es was Gutes gibt. Der Nachtisch backt im Ofen, denn die Nachbarn wollen noch kommen und uns ein paar Tipps für unsere Route geben.- Bald klingelt es und sie sind da. Zuerst wird der köstliche Nachtisch verspeist: Brombeeren (mittags gepflückt) mit einer Teigschicht versehen, warm mit Vanilleeis – na kriegt man da nicht Appetit auf Süßes?? – dann wird besprochen und Tipps gegeben. Morgen fahren wir hinter den beiden her, denn sie wollen auch von Nanaimo mit der Fähre auf das Festland. Gepackt ist schon.

13.09. Um 10.00 Uhr fahren wir hinter den Nachbarn Richtung Nanaimo zur Departure Bay. Wir reihen uns in eine Spur ein, die auf die Fähre führt. Heute ist es bewölkt und leider leichter Nebel. Die 1½ Stunden Fahrzeit verbringen wir oben auf dem Deck oder unten. Leider sehen wir keine Wale, oder anderes Getier. Runter von der Fähre und wir sind direkt auf dem Highway Nr. 1, der nach Osten führt. Es dauert einige Zeit, bis wir die vielen Bezirke von Vancouver hinter uns haben. Eine Besonderheit auf der Straße ist eine Extraspur für Autos mit mehr als zwei Personen! – Bei der Abzweigung der Stadt „Hope“ fahren wir den Fraser River hoch. Der Fraser R. hat sich hier in ein Tal eingegraben, rechts und links Wälder, abgefrackte Siedlungen der First Nation. Wir wollen uns „Hells Gate“ anschauen, eine Stufe, wo der Fraser River stark abfällt. Leider war dieses event dann schon geschlossen (17.00 Uhr). Man hätte mit einer Seilbahn nach unten fahren können. Jetzt war es Zeit sich nach einem Motel umzusehen. In Boston Bar finden wir ein sauberes Motel (89 Dollar), Zimmer mit Küche, Klo/Bad. Im Restaurant nebenan verspeisen wir eine Kalbsleber mit Kartoffelbrei und Salt, bzw. Roastbeef mit Folienkartoffel und Salat (12-14 Dollar). Zufrieden gehen wir bald zurück.

14.09. Neblig, im Laufe des Tages wird es schön sonnig. Morgens ist es 12°C, mittags dann 27°C! Um 8.30 Uhr sind wir „on the road“. Irgendwo halten wir an, um einen „coffee to go“ (großer Becher) an der Tankstelle zu kaufen. Mir war nie klar, warum man so was braucht. Aber wenn man nur gleichbleibend 70, 80, manchmal bis 100 Stundenkilometer fahren darf, und das stundenlang, ist das schon ermüdend. Viele Leute haben dann so eine Thermos-Tasse, die sie einfach wieder befüllen lassen (schont die Umwelt). Auch wir kaufen jetzt regelmäßig diesen Kaffee. – Wälder rechts und links soweit das Auge reicht.
Ab Kamloops ändert sich das Bild. Der Thomson River hat seit Jahrtausenden das Landschaftsbild geprägt. Ein weites Tal, rechts und links sind die Ufer, bzw. aus Sand und Stein, karg, wenig Bäume. Braun bis bräunlich die Landschaft, der Fluss sucht sich sein Bett selber. Neben dem Fluss werden die Felder bewässert, es wächst Futter für die Rinder. Von diesem Flusstal aus gehen überall Straßen ins Hinterland zu Seen. Irgendwo machen wir kurz Halt am Fluss. Weiter bis Clearwater. Dort suchen wir die Abzweigung zum „Wells Gray Park“. Wir wollen uns die Helmcken Falls anschauen. Der Fluss stürzt 137m in das Tal. Auf dem Rückweg schauen wir uns dann den „Sphats Creek Fall“ an, der nur 61m hoch ist. In diesem Park, der recht groß ist, könnte man viel unternehmen. - Wir fahren nach Clearwater zurück, tanken, kaufen in einem Supermarkt ein und machen auf der Strecke irgendwo Picknick bei 25°C (17.00 Uhr). In Blue River finden wir ein ziemlich neues Motel (sehr schön und ganz sauber) für 70 Dollar.

15.09. - 90 km weiter halten wir am Swift Creek. Dort können ab Mitte August bis September die Chinooks Lachse nach 1200 km langer Reise vom Pazifik ablaichen. 40% der Lachse überleben im Pazifik, 15% davon schaffen es dann bis zum Ablaichen und zum Befruchten. Das sind hier gerade dann ca. 500 Paare. Nach 4-5 Jahren kommen sie wieder geschlechtsreif zurück. – Aber leider, Ihr ahnt es schon, sehen wir keinen einzigen Fischschwanz! – Wir fahren weiter in den Mount Robson Provincial Park (die kosten nichts – die Nationalen Parks kosten Eintritt). Der Mt. Robson, „Herrscher der kanadischen Rockies“, sehen wir von weitem schon (leider kein Foto - war dann wieder weg). Wetter ist gut, allerdings sind die Bergspitzen in Wolken gehüllt. Vom Info-Center erhalten wir den Tipp zum Kinney Lake zu wandern. Wir fahren nur kurz, stellen das Auto ab und laufen ein seitliches Tal am Mt. Robson entlang (immer am Fluss entlang) 4,5 km bis zu diesem See.
Es sind wenige Leute unterwegs. Ein paar überholen uns mit dickem Rucksack. Man kann mit 1-2 Übernachtungen im mitgeführten Zelt bis zum Gletscher des Mt. Robson wandern. Es ist leicht sonnig, bis bewölkt. Zurück um 14.00 Uhr fahren wir weiter in den Jasper National Park (70 km - Eintritt für zwei Tage 40 Dollar). Im Info-Center in Jasper halten wir. Es ist jetzt eine Stunde später, Mountain Zeit (nicht mehr Pacific Zeit), schon 16.00 Uhr und wir nehmen uns eine Anzeige mit für ein Hotel in Hot Springs – nochmals 50 km zu fahren. Jasper ist zu touristisch. – Auf dem Weg dorthin, stehen Autos am Highway. Da ist was zu sehen. Es windet stark und regnet leicht, aber ein Hirsch (heißt ELK - ein Elch wird dafür moose genannt), steht stolz und frei im Fluss! Überhaupt ist die Landschaft wunderschön. Tannenstümpfe stehen im Wasser, Wasserflächen mit Sumpfgras, Seen – tolle Flusslandschaft, aber keine Wasservögel!- die sind schon alle weg, deshalb sieht alles leer aus). Wir fahren ab von der Straße in ein Seitental, nochmals 15 km. – Wir erhalten dann in einem Motel, das im Blockhausstil gebaut ist, ein nettes Zimmer mit Küche (90 Dollar). Da es schon spät ist, regnet, gehen wir in das Restaurant und verspeisen griechisches Essen.

16.09. Da wir nichts eingekauft hatten, gingen wir auch zum Frühstücken: Zwei Pfannkuchen, Spiegeleier usw. – gute Grundlage für eine kleine Tour. Es regnete nicht, aber es war nur 7°C. Wir wollen zum Squachs ridge (Pass) auf ca. 1850m. Es sind zuerst kaum Leute unterwegs, als der Weg abzweigt überholen wir eine Menge junger Leute, die ebenfalls von Hot Springs (Jugendlager) auf den Berg wollten. Rechts und links Wald, außer Eichhörnchen (squirrels) nichts zu sehen, ab und zu tolle Ausblicke auf die umgebenden Berge. In ca. 1h schaffen wir die 500 m. Zwischendrin graupelte es mal. Als wir auf den Pass kommen windet es sehr stark, der Gipfel wäre nicht weit (200 m), aber die Kuppe ist total frei von Bäumen. Da sehr drohende Regenwolken am Himmel standen, meinte ich, es ist besser abzusteigen. Die Jugendlichen lärmten und für die Meisten war der Pass genug Anstrengung. Ein paar Ehrgeizige zog es zum Gipfel. Wir stiegen ab, und gerade als wir zum Auto laufen, beginnt es zu regnen! - Jetzt ist es 14.00 Uhr und wir fahren zurück nach Jasper.
Plötzlich sehen wir einen Schwarzbär an den Büschen am Straßenrand. Wir können ihn gut fotografieren. Er ist allerdings irritiert und verschwindet dann schleunigst. Am selben Fluss, wo wir den Hirsch sahen, erspähe ich weit weg einen Hirsch mit seinem Harem und Junggetier.- Dann sehen wir keine weiteren Tiere. In Jasper kaufen wir im Supermarkt ein und schlendern durch ein paar Giftshops. Es regnet leicht und wir fahren auf der 93 zurück und auf dem Icefield Highway weiter Richtung Banff. Die vergletscherten Berge reihen sich dicht aneinander. Es gibt grandiose Formen und Landschaften. Leider sind die Gipfel verhüllt. Trotzdem ist es eine beeindruckende Landschaft. In den Alpen gibt es nicht so dicht gedrängt und so viele 3,5tausender mit so großen Gletschern. Bei dem Icefield Info-Center stürzt sich ein Gletscher in nächster Nähe herunter. Der wird natürlich touristisch genutzt. Da wir schon genügend „Gletschererfahrung“ haben, fahren wir weiter. Kurz nach dem Übergang vom Jasper in den Banff National Park beziehen wir bei Saskatchowan Crossing ein Zimmer (180 Dollar). Wir verzehren unser mitgebrachtes Essen, gehen noch auf einen Kaffee in das Restaurant.

17.9. Leichter Regen, 7°C. Am gepriesenen „Bow Lake“ machten wir, wie mehrere Busse voll Asiaten (Japaner), einen Fotostopp. Es ist Nachsaison, aber es sind noch genügend Busunternehmer mit Reisenden und Camper unterwegs. Die Steigerung kam am „Lake Louise“. Ein riesiger Parkplatz erwartete uns. Das bekannte Schloss/Chateau, das 1890 von der Pacific Railway gebaut wurde, alles hier auch Weltkulturerbe, zieht Millionen von Leute an. Es wuselte nur so. Ich habe kein Bild gemacht, weil dieses Schloss (Edelabsteige für damals wie heute- damals sollte den Bahnreisenden in den Luxuszügen, auch eine Luxusabsteige angeboten werden). – Wir laufen auf einem breiteren Wanderweg mit vielen anderen Touristen zum Mirrow-See und weiter zum Agnes Lake. Das Wetter ist wechselhaft, teils sonnig, es graupelt manchmal. Das ist ein Spaß für viele Asiaten. Ein Pferde-Trail zum Teehaus gab es auch. Lustig war es, die verschiedenen Leute zu beobachten. Deutsche konnte man gut an der Kleidung erkennen, junge Mädchen gingen mit Flip-Flops hoch, Familien mit Hund und Katz waren unterwegs usw. Auch am Teehaus wimmelte es von Leuten.
Wir setzten uns etwas abseits und picknickten in den Steinen. U. versuchte ein Felsenkaninchen zu fotografieren. Er kam bis auf 1m an ihn heran. Die Nager sind nur 10 cm groß und sammeln emsig Grünzeug für den Winter. Sie legen ein Lager an, um dann jederzeit an Futter zu kommen. Zurück zum Auto und wir fahren nach Banff, weil jeder sagte, wir sollten uns das ansehen. – Aber für uns ist das nur ein vollkommen touristischer Ort. Geschäfte, Hotels und Restaurants reihen sich aneinander. Wir holten uns einen Kaffee und fuhren wieder zurück nach Lake Louise und gleich hinaus in den Yoho National Park. Laut der Karten kann man hier überall schöne Wanderungen machen, oft ein See als Ziel, oder Mehrtagestouren mit wilder Landschaft (Zelt und Essen muss man selber mitbringen). Bergtouren auf die Gipfel sind meist sehr knackig und nur mit Bergführer möglich. Dazu muss man aber gutes Wetter haben und Zeit zum Bleiben. Ein ordentliches Zimmer bekamen wir ca. 8km nach Lake Louise für 90 Dollar. Abendessen: Lachs mit Kartoffelbrei und Salat, Apple Pie mit Sahne und Eis; Fischer-Platte mit Salat und Brot, Kaffee. Lesen. Draußen: leichter Regen.

18.09. Der Morgen empfängt uns mit Nebel und 3°C. Kaffee gibt es umsonst. Wir kaufen zwei Vollkorntaler, dann geht es wieder los. Bald beginnt es leicht zu regnen. Trotzdem fahren wir ab in das Yoho Vally, um uns die Takakkaw Falls anzuschauen. Der berauschendste Wasserfall stürzt am Rand des Yoho Valley 254m tief über eine steile Felswand, und die dabei entstehende Gischt schillert in allen Regenbogenfarben. Der Wasserfall wird von Gletschern oberhalb der Felswand gespeist. Wir fahren den Pass Kicking Horse ein Stück weiter, dann zweigt ein Weg ab zum Emerald Lake. Unterwegs sehen wir uns eine „natürliche Brücke“ (Felsentor im Wasser) an. Man kann aus allem eine „Sehenswürdigkeit“ machen. Der wunderschöne, von einem Wald aus Engelmannfichten sowie zahlreichen mehr als 3000m hohe Bergen eingerahmte See ist eines der Schmuckstücke der kanadischen Rockys. Die Tannen spiegelten sich in einem tiefen Türkisblau wieder, trotz Bewölkung und leichtem Regen. Es sind 10°C, wir haben aber keine Lust eine Wanderung zu machen.
Wir fahren weiter bis Golden. Hier blinzelt die Sonne hervor, wir kaufen im Supermarkt etwas zum Essen ein, unsere Post konnten wir in einen Briefkasten einwerfen. An einem netten Platz machen wir Picknick im stehen. Es beginnt wieder zu regnen. Wir fahren über den Rogers Pass 1350m in den Glacier National Park. Dort im Info-Center holen wir uns die Wettervorhersage ein. Erst ab Dienstag soll das Wetter besser werden. Bis dahin so wie heute „Regen“. Eigentlich wollten wir hier etwas unternehmen, aber das hatte ja keinen Sinn. Wir fahren weiter und leider sehen wir von dem tollen Bergpanorama nichts! Pech! An Revelstoke fahren wir vorbei, bei Three Valleys halten wir an einer Sehenswürdigkeit an (Geisterstadt, Theater mit Restaurant und großem Hotel). Im Hof standen viele Oldtimer und im Innenhof ein Ketten-Bulldog (gab es bei uns wohl nicht). Wir fahren weiter, als wir aus den Bergen kommen, sieht das Land aus wie auf der Schwäbischen Alb – Farmland mit Kühen und Pferden. Jetzt ist es schon 18°C. In Sicamous fahren wir Richtung Vernon, da beginnt da Okanagan Valley. Jetzt wird es Zeit nach einem Motel zu schauen. Zuerst finden wir nichts, dann mehrere aufeinander. Bei dem, das am Besten aussieht, fragen wir nach einem Zimmer. Für 99$ + Tax bekommen wir ein schönes Zimmer mit Küche. Es gibt einen Swimming Pool mit Sauna, Waschmaschine und Trockner für je 2 Dollar. Zuerst wird gewaschen, dann vergnügen wir uns im Pool – außer uns ist keiner da.

19.9. Das Frühstück ist im Preis inbegriffen. Wir können uns frische Waffeln machen (Pfannkuchenteig kommt aus einem gekühlten Behälter) in einem Waffeleisen. Dazu gibt es Ahorn Sirup. Köstlich! Die Bagels sind dagegen hart und schmecken langweilig. Es ist ein jüdisches Gebäck ohne Sauerteig. Wir fahren von Vernon nach Kelowa, dort auf die Westseite des Sees Richtung Westbank, Peachland. An einem der vielen Fruchtstände kaufen wir blaue Trauben. Es wachsen hier im September noch Himbeeren, Äpfel, Birnen, Pfirsiche und natürlich Weintrauben. In Peachland laufen wir am See entlang und holen uns aus dem Info-Center eine Karte mit Wandervorschlägen. Gleich hinter dem Ort beginnt eine Wanderung. Wir fahren ein Wohngebiet hoch, finden den Beginn der Wanderung mit Zeichen an einem Kieferwald. Es ist warm, zwischen den Bäumen angenehm. Der Markierung gelb und rot sollten wir folgen. Irgendwann landen wir an der Straße 97C. Zurück – andere Abzweigung und wir landen in einem neuen Baugebiet, das wohl hinter dem Golfplatz, von dem wir aus starteten errichtet wird. Mehrmalige Orientierung war nötig, um dann das Auto zu finden. Die Frau aus dem Info-Center, die uns die Wanderung vorschlug, hatte keine Ahnung! Wir fahren am See weiter über Summerland nach Penticton, es sind 23°C, die Sonne scheint. Hier halten wir an der Uferpromenade, um uns das letzte gut erhaltene Dampfschiff der Pacific Ocean Line von außen anzuschauen. Es ist ein Kaffee, wurde aber gerade geschlossen. Am Ostufer fahren wir hoch nach Naramata, ein kleines verschlafenes Dorf. Rechts und links sind kleine Weinhöfe (Winerys) die zum Verkosten einladen. Eigentlich wollten wir dort übernachten, aber das Dörfchen lud uns nicht ein zum Bleiben. Das Motel sah heruntergekommen aus. Wir entscheiden uns zurück nach Penticton zu fahren und dort ein Motel zu suchen. An der Uferpromenade war ein Motel am anderen und wir entscheiden uns für das Spanisch Village. Hier erhalten wir ein Zimmer mit „King-size-bed „, wirklich 2 x 2 m, Kühlschrank und Kaffeemaschine sind immer da (70 Dollar + Tax). In der Villa Rose essen wir italienisch. Penne mit ganz zarter Hühnerbrust und frischem Spinat und Pilzen in Sahnesoße. Frischer Pfeffer gemahlen und Parmesan darüber gehobelt rundeten das sehr gute Essen ab. Dazu trank ich einen Wein aus der Region. Köstlich.- Als wir zurück kommen hängt eine kleine Fledermaus neben unserer Tür (war sie schon vorher da?). Ausklang lesen.

20.9. Strahlender Sonnenschein im Okanagan Valley. Nach dem Frühstück suchen wir zuerst das Klettergebiet südwestlich von Penticton. Eine kleine Straße schlängelt sich hoch zu einem Parkplatz, an dem schon erstaunlich viele Autos stehen. Das Klettergebiet ist in dem kleinen Park mit Namen Skaha Bluff. Wir laufen los. Kiefern und offene Landschaft prägt das Bild. Bald kommen immer mehr phantastische Felsen. Es sollen ca. 400 Routen hier eingebohrt sein. Viele sehen sehr knackig aus. Wir treffen zwei Kletterer. Manche Felsen haben sicherlich einen tollen Blick auf den Skaha Lake. Wir verlieren uns in dem Gelände, es ist sehr wild und wir kehren dann doch um, bis wir wieder bei den Kletterern sind, und das Gelände uns zurück zum Parkplatz führt. – Wir fahren über die Ortschaft Okanagan Falls nach Oliver. Es ist eine liebliche Landschaft mit Obstanbau und Weingüter rechts und links. Es sind 25°C. In einem Supermarkt holen wir uns ein Huhn, Brot und Krautsalat. Es will kein rechter Picknickplatz kommen. Endlich können wir halten und verspeisen unser Huhn.
Weiter geht es nach Osoyoos, den südlichsten Punkt den wir erreichen wollten, um uns das Desert Center anzuschauen. Wir finden es zuerst nicht. Im Info-Center erfahren wir, dass es um 14.00 Uhr schließt. Sie verweisen uns auf das NK´MIP Desert Cultural Center. Das finden wir ohne Probleme. Es ist ein Museum der First Nation, der Stämme, die hier in diesem Tal seit Jahrhunderten lebten. Wir sehen uns zwei Filmvorführungen an und sehen uns die Gegenstände der Stämme an. Im Freien waren ebenfalls Dinge aufgestellt und man konnte eine kleine Wanderung durch die Wüste machen. Es ist ein Stück Land, einer Wüste gleich, mit entsprechenden Pflanzen und Tieren. – Wir fahren weiter und sehen beim Vorbeifahren die „Salzlöcher“, die in einem der Filme zu sehen waren. Es ist ein uraltes Land der First Nation für medizinische Anwendungen. Wir fahren noch nach Princeton, hier suchen wir ein Motel (65 Dollar), holen uns etwas zu Essen aus dem Supermarkt. Wir planen für die nächsten Tage. Im Internet ist Regen angesagt an der Sunshine Coast und Regen in Vancouver Island. Was tun? Wir beschließen noch einen Tag hier in der Gegend zu verbringen. Wir wollen zurück bis nach Osoyoos und dann nach Osten bis zum Christina Lake.

21.9. Es ist leicht bewölkt. Nach einem guten Frühstück starten wir Richtung Osoyoos und weiter bis zum Christina Lake mit kurzen Pausen. Die Landschaft ist gleichbleibend, leichte Hügel und Farmland – nichts aufregendes. Im Info-Center erhalten wir einen Tipp und wir fahren dorthin. Das ganze Seeufer ist in privaten Händen, man kommt gar nicht an den See. Wir setzen uns auf eine Bank und lesen. Wir stellen fest, die Luft ist raus. Das Wetter ist doch etwas enttäuschend. Wir hätten noch Zeit gehabt die Sunshine Coast zu sehen und von dort dann nach Vancouver Island überzusetzen und dann bis nach Victoria hinunter zu fahren. Aber bei Regen hat das alles keinen Sinn. – Wir fahren zurück bis Greenwood und erhalten in einem Motel, das von einem deutsches Paar geführt wird, ein nettes Zimmer. Lange unterhalten wir uns mit dem Mann. Abends gehen wir in ein überraschend gutes Lokal und essen Heilbutt mit Folienkartoffel und U. entscheidet sich für ein Pfeffersteak. Sehr lecker. Die Hauptstraße sieht aus wie in den Westernfilmen!

22.9. Es ist bewölkt. Wir fahren wieder zurück nach Princeton und dann nach Merritt. Farmland. Kein Verkehr. Wir wollten eigentlich unbedingt noch einen Elch sehen. – Da, ein verdächtiges Hinterteil. Auf dem Highway kann man aber nicht so schnell wenden! Wir fahren ein Stück, bis U. verwegen umkehren kann. Und da, tatsächlich ist das verdächtige Hinterteil, ein Zubehör zu einer „Kuh“. Wir lachen herzlich – und aus vom Traum vom Elch. Wir wollen nach Harrison Hot Springs und dort übernachten, weil Vancouver noch ein Stück weiter liegt und dann mit der Fähre übersetzen, würden wir in der Nacht in Nanaimo ankommen. Also fahren wir in diesen Ort, ein überraschend großer Kurort mit einem öffentlichen Bad mit Thermalwasser. Ein Motel, das sich von außen gar nicht so gut darstellt, überrascht mit einer tollen Ausstattung. Uns empfängt Meditationsmusik, ein elektrischer Kamin verbreitet wohlige Wärme und Gemütlichkeit, geschmackvolle Einrichtung alles aufeinander abgestimmt (80 Dollar). Toll! Wir packen unsere Schwimmsachen ein und laufen 200m bis zum Thermalbad. Dort genießen wir das warme Wasser. Im Schwarzwaldhof empfängt uns Jodelmusik, ein Panoramabild von Heidelberg. Ein buntes Gemisch von Zubehör, aber ohne Zweifel alles in einer gemütlichen Atmosphäre. Wir bestellen natürlich kein Schnitzel und keinen Sauerbraten! Wir halten uns an andere Köstlichkeiten. Shrimps-Kocktail, Forelle mit Mandelsoße, ich esse Jakobsmuscheln mit Shrimps, Reis und Gemüse. Kanadischer Wein, auch sehr gut und zur Abrundung teilen wir uns einen New Yorker Cheese-cake mit Himbeermus, zwei Espressi. Draußen regnet es leicht und am Harrison See steht der erste „Weihnachtsbaum“ in voller Blüte!

23.9. Dank Espresso wachte ich mehr in der Nacht, der Schlaf lies lange auf sich warten. Morgens ging es bald los, denn wir wollten die Fähre um 10.40 Uhr in der Horse-Shoe-Bay nach Nanaimo erreichen. Bei der Überfahrt war kein Regen, es war aber bewölkt, leider sehen wir auch diesmal keine Wale. In Nanaimo fahren wir zuerst einen Liquor Shop an, um einen guten Brandy und Wein zu kaufen. In Duncan machten wir nochmals Halt, ich wollte so gerne die vielen Totempfähle sehen. Dort sind über 40 Stück überall in der Stadt aufgestellt. Es ist warm und wir folgen den „Fußtritten, die den Weg vorgeben. Einkehr bei einem Italiener und wir fahren weiter nach Victoria. Schnell noch Blumen gekauft und um 17.00 Uhr sind wir zurück. Abends gibt es doch tatsächlich köstliche Rouladen mit selbstgemachten Spätzle! – Wir können viel von unserer Rundreise mit ca. 3700km berichten. Wir schauen die Bilder an.

24.9. Es ist warm und nach einem gemütlichen Frühstück gehen wir zwei mit S. Brombeeren pflücken. Es gibt hier, wie schon beschrieben, gigantische Hecken. Zu dritt sammeln wir in einer Stunde ca. 10kg Brombeeren! Wir sind faul. S. entsaftet und macht aus dem Saft Gelee. –Abends gehen wir groß aus. Wir haben S. und H. zum Dank für die herzliche Gastfreundschaft mit dem exzellenten Essen und und, und…… zu einem tollen Abendessen eingeladen. S. suchte sich das Marina Restaurant in Victoria aus mit Blick auf den Hafen. Wir genossen das vorzügliche Essen in schöner Atmosphäre – wird nicht verraten, was es gab!

25.9. Es regnet leicht, hörte dann wieder auf. Um ca. 12.00 Uhr fahren wir in Richtung Sooke, um einen Spaziergang zu machen. Gerade als wir aussteigen wollen, fängt es wieder stärker an zu regnen. Pech. Wir fahren zu einem Aussichtspunkt, wo man von oben einen tollen Blick auf Victoria hat. Dort werden viele Häuser verkauft, bzw. ein neues Baugebiet sollte dort entstehen, aber weil es einfach zu weit weg ist – will keiner dort ein Grundstück kaufen! Hier sehen wir von oben im Meer weiße Punkte, die in Meer auf und ab tauchen. Es könnten Orkas sein, die hier häufig zu sehen sind! Leider haben wir kein Fernglas dabei. In Sooke fahren wir zur Whiffen Spit, dort am Meer sehen wir vage ein paar Robben im Kelpteppich. – Zurück, jetzt wieder schönes Wetter, denn wir sind zum Abendessen bei dem Sohn von S. u. H. eingeladen. E. kann wunderbar kochen, wen wunderts? Es gibt toll gebratene Steaks mit Bohnen und Wildreis, Blueberry Pie mit Eis und Sahne! - Was wohl unsere Waage zuhause spricht?!

26.9. Es regnet. Später fahren wir nach Victoria, um verschiedene Sachen zu kaufen. Der Regen lädt aber nicht ein, irgendwo noch länger zu bleiben. Am Busbahnhof kaufen wir zwei Tickets für Busfahrt und Fähre zum Flughafen nach Vancouver für morgen. Faulenzen.

27.9. Sonnig, leichter Regen. Um 10.00 Uhr fahren wir los zum Busterminal. S. arbeitet in Victoria, kommt aber kurz, um sich von uns zu verabschieden. Der Bus fährt ca. 40 Minuten in eine andere Bucht von Victoria. Von dort aus geht die Fähre. Auch bei dieser Überfahrt keine Wale zu sehen. Gleich nach der Fähre wechseln wir in einen anderen Bus, der uns dann tatsächlich zum Flughafen bringt. Warten – warten – lesen - bummeln – etwas essen – einkaufen –warten – endlich um 23.00 Uhr startet unsere Maschine. Besserer Platz – Abendessen um 0.30 Uhr – Halbschlaf – Frühstück – Ankunft in Frankfurt bei 24°C um 17.00 Uhr – Gepäck kommt – Zoll keine Probleme – der Zug nach Ulm ist sehr voll – wir stehen teilweise - Ankunft in Ulm 21.05 Uhr – zuhause 21.20 Uhr.

Ja, wir hatten eine sehr schöne Zeit in Vancouver Island bei unseren Verwandten. – Die wilden Küstenlandstriche von Vancouver Island haben mir sehr gut gefallen. Hier könnte man noch viel entdecken. Genauso gut haben mir die Rockys gefallen, es ist aber eine ganz andere Welt. Bei einem weiteren Besuch müsste man sich ein ganz bestimmtes Gebiet aussuchen und dann dort genauer die Landschaft entdecken. Diese Reise war für uns wichtig, um unsere Verwandten in Victoria zu besuchen und die Kinder kennen zu lernen und eine Rundreise in British Columbia zu machen, um überhaupt eine Ahnung zu bekommen, was es heißt in Canada unterwegs zu sein.
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